EMPFANG VON MITTELWELLENSTATIONEN AUS EX-JUGOSLAWIEN
von Patrick Robič
Seit dem Zerfall Jugoslawiens ist die Zahl der, auf Mittelwelle aktiven Stationen, drastisch zurückgegangen. Zudem haben Stationen ihre Sendeleistung und/oder Sendezeiten reduziert. Dennoch sind aus jedem der Nachfolgestaaten noch Stationen auf Mittelwelle empfangbar.
Hier folgt nun ein kleiner Überblick über den Mittelwellenrundfunk auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens.
BOSNIEN-HERZEGOWINA
BH Radio 1, das erste Programm des bosnischen Rundfunks auf 612 kHz gehört auch zu den gut empfangbaren Stationen, auch wenn die Signalstärke nicht mehr an vergangene Zeiten heranreichen.
Aus Bosnien-Herzegowina senden auch noch einige kleine Lokalstationen (sowohl öffentlich-rechtliche als auch private). Die größten Chancen auf einen Empfang hat man bei Radio Zavidovići auf nominell 1503 kHz. Die Station sendet aber schon seit Jahren ziemlich konstant zwischen 1502,82 und 1502,93 kHz und ist dadurch leichter von Beograd 202 aus Serbien zu unterscheiden.
KOSOVO
Radio Kosova sendet auf 549 kHz, ein Empfang in Mitteleuropa ist aber eher unwahrscheinlich, da die Frequenz von mehreren stärkeren Sendern in Europa und Nordafrika genutzt wird.
KROATIEN
Kroatien ist nur mehr auf einer Mittelwellenfrequenz aktiv. Der Auslandsdienst Glas Hrvatske ist auf 1134 kHz aber gut hörbar.
MAZEDONIEN
Der Highpower-Sender des mazedonischen Rundfunks auf 810 kHz ist in Europa sehr gut zu hören. Neben dem 1. Inlandsprogramm Makedonsko Radio-Radio Skopje wird der Sender in den Abendstunden auch für den kleinen Auslandsdienst Radio Makedonija genutzt, der Programme in den Sprachen der Nachbarländer ausstrahlt.
MONTENEGRO
Schwierig ist auch der Empfang des einzig verbliebenen Mittelwellensenders aus Montenegro, da auch hier die Leistung stark reduziert wurde. Die besten Chancen für den Empfang von Radio Crne Gore auf 882 kHz bestehen zum fade in am Nachmittag/Abend.
SERBIEN
Auch nicht mehr ganz so einfach wie früher ist der Empfang von Radio Beograd 1, seit die Leistung auf der Hauptfrequenz 684 kHz reduziert wurde. Die Station sendet mit meist geringer Leistung auch noch auf anderen Mittelwellenfrequenzen.
Das Popmusikprogramm Beograd 202 ist dank relativ freier Frequenz und der Erhöhung der Sendeleistung von 1kW auf 10kW zu Jahresbeginn auf 1503 kHz in den Abendstunden brauchbar zu empfangen.
Aus der autonomen Provinz Vojvodina sendet Radio Novi Sad auf 1269 kHz und 1485 kHz. Auf 1269 kHz ist der Empfang in Teilen Mitteleuropas durchaus regelmäßig möglich.
Der Empfang der verbliebenen serbischen Lokalstationen kann als sehr schwierig bezeichnet werden, da diese nachmittags meist einen sehr frühen Sendeschluss haben. Die besten Möglichkeiten auf einen Empfang bestehen in Wintermonaten bei Radio Valjevo auf 1368 kHz.
SLOWENIEN
Das 1. Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Sloweniens Radio Slovenija ist auf 918 kHz über den Sender Domžale in weiten Teilen Europas gut hörbar. Um 2230 Lokalzeit sind hier auch Kurznachrichten in deutscher und englischer Sprache zu empfangen.
Das Regionalstudio des slowenischen Rundfunks in Koper ist mit zwei Programmen auf der Mittelwelle vertreten – Radio Capodistria sendet auf 1170 kHz in Italienisch – der Empfang ist seit der Reduzierung der Sendeleistung schwieriger geworden, dennoch kann man die Station recht häufig hören. Radio Koper sendet in Slowenisch auf 549 kHz, hier gestaltet sich der Empfang aufgrund der Frequenzbelegung in Mitteleuropa schon schwieriger.
Ein weiteres öffentlich-rechtliches Programm ist Muravidéki Magyar Rádió aus Lendava auf 558 kHz für die ungarischsprachige Minderheit – seit der Abschaltung des schweizer Senders auf gleicher Frequenz öfter in Mitteleuropa hörbar.
Des weiteren sind noch 2 Privatstationen aktiv: Radio Murski Val auf 648 kHz und Radio Odmev/Primorski Val auf 594 kHz. Letztere ist allerdings eine echte Herausforderung für DXer.
SCHLUSSWORT
Weitere Informationen zu Sendezeiten und auch zu Frequenzen der hier namentlich nicht erwähnten Lokalstationen findet man z.B. im World Radio TV Handbook (WRTH) oder in Herman Boels Euro-African Medium Wave Guide (www.emwg.info).